Devisen: Euro steigt wieder über die Marke von 1,30 Dollar - Schwache US-Daten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Mittwoch im Nachmittagshandel

wieder über die Marke von 1,30 US-Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung

wurde zuletzt bei 1,3022 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB)

hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2992 (Dienstag: 1,3033) Dollar festgesetzt.

Der Dollar kostete damit 0,7697 (0,7673) Euro.

Experten machten die eingetrübten Konjunkturaussichten in den USA für den

festen Eurokurs verantwortlich. 'Die wirtschaftlichen Schwächen der USA sind

zuletzt stärker in den Fokus der Märkte geraten', sagte Stefan Schilbe,

Chefvolkswirt von HSBC Trinkaus. Der Diskurs sei lange einseitig gegen den Euro

gerichtet gewesen. Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten zeigten jedoch

die Probleme der US-Wirtschaft. Vor allem der private Konsum dürfte angesichts

der hohen Arbeitslosigkeit lange schwach bleiben.

Auch die am Nachmittag veröffentlichten Auftragseingänge für langlebige

Güter enttäuschten. Im Vergleich zum Vormonat waren die Aufträge um 1,0 Prozent

gesunken. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 1,0 Prozent

gerechnet. Angesichts der konjunkturellen Schwäche in den USA erwartet Schilbe

auf absehbare Zeit keine Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank. 'Es ist

sogar denkbar, das die USA auch im gesamten kommenden Jahr ihren Zins nicht

anheben wird.' Von dieser expansiven Ausrichtung der Geldpolitik der

US-Notenbank sei daher keine Unterstützung für den Dollar zu erwarten.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen

Euro auf 0,83395 (0,83820) britische Pfund , 114,01 (113,79)

japanische Yen und 1,3760 (1,3775) Schweizer Franken

fest gelegt. Die Goldpreise gingen angesichts der gestiegenen Risikoneigung

weiter zurück. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag

mit 1.157,00 (1.168.00) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 28.490,00

(29.100,00) Euro./jsl/he/nmu